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Informationen zum iranischen Film "PARDE" von Jafar Panahi:
Hauptdarsteller erhalten Ausreiseverbot

Zur Berlinale kamen sie noch – jetzt dürfen die Hauptdarsteller des iranischen Films "Parde" offenbar nicht mehr aus dem Iran ausreisen. Nach der Rückkehr in ihr Heimatland hätten die beiden Schauspieler Ausreiseverbot erhalten, sagten Freunde der Darsteller in Teheran. Eine amtliche Bestätigung gab es zunächst nicht. Das Kultusministerium des Landes hatte die Produktion des Filmes als "illegal" bezeichnet, und auch gegen die Aufführung und Auszeichnung auf der Berlinale protestiert. Der Regisseur des Films, Jafar Panahi, steht bereits wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung unter Hausarrest. Er hatte den Film heimlich gedreht. – "Parde" wurde bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
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Irritierendes Kammerspiel
"Geschlossener Vorhang" von Jafar Panahi
Der erste Blick geht durch Gitter hinaus aufs Meer. Stäbe eines Verandagitters. Doch die Message ist eindeutig: Hier ist jemand in Gefangenschaft, in Isolation. Jafar Panahis Film beginnt mit einem Motiv seiner aktuellen Situation: Hausarrest in Iran, Berufsverbot, die Weite unerreichbar, die Freiheit versperrt.
Nicht nur der Beginn von "Geschlossener Vorhang" ist symbolisch, der ganze Film ist eine klug komponierte Metapher für die Situation von Künstlern in Iran, ganz besonders für die persönliche Lage Panahis. "Geschlossener Vorhang" wurde heimlich gedreht, ausschließlich in einem Haus. Um nicht ertappt zu werden, haben Panahi und sein Ko-Regisseur Kamboziya Partovi die Fenster mit schwarzen Tüchern verhängt.

© ap Lupe
Die beiden Hauptdarsteller Kambozia Partovi und Maryam Moghadam
Im Film zieht sich ein Schriftsteller mit seinem Hund in das Haus am Meer zurück. Er versteckt den Hund, ein Tier, das im Islam als "unrein" geächtet ist. Plötzlich taucht eine Frau im Haus auf, die angeblich auch auf der Flucht ist, die aber auch ein Spitzel sein könnte. Die beiden beäugen sich kritisch, von draußen hört man Stimmen, einmal wird das Haus bei einer Durchsuchung verwüstet, der Schriftsteller und sein Hund bleiben unentdeckt in einem Versteck. Plötzlich taucht eine weitere Person im Haus auf: Es ist Jafar Panahi himself. Von nun an werden die Grenzen zwischen Realität und Fiktion noch unschärfer, man erfährt, dass man eine Art Film im Film sieht, die Figuren sich in gewisser Weise spiegeln, als Alter Ego auftreten.

Botschaften, Signale, Hinweise
"Geschlossener Vorhang" ist ein beeindruckender Film voller Botschaften, Signalen, Hinweisen. Wenn man bedenkt, dass Panahi sich mit diesem Projekt nur vom Nichtstun ablenken wollte, dann ist es umso erstaunlicher, welch großartiger Film daraus geworden ist. Ein irritierendes Kammerspiel, eine brillante Antwort auf die Fesseln, die der Iran Panahi angelegt hat. Panahi macht aus der Not eine Tugend. Hoffentlich mit keinen schlimmeren Konsequenzen für ihn und sein Team.

Zum Regisseur
Panahi war 2010 Mitglied der Berlinale-Jury, durfte aber nicht das Land verlassen, um am Filmfestival teilzunehmen. Er steht in Iran unter Hausarrest. 2006 gewann er für seinen Film "Offside" einen Silbernen Bären. Er ist mit vielen weiteren renommierten Preisen ausgezeichnet worden, darunter der Goldene Löwe und der Goldene Leopard.
(Interkultureller Gesprächskreis Ahrensburg) (Hans-Peter Weiß wurde für seine Arbeit im und am Interkulturellen Gesprächskreis Stormarn der Olof-Palme-Preis verliehen.) Er schrieb die Rezension für die Lesung am 7. September 2011

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